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Was kostet ein Fotograf – Die ungeschminkte Wahrheit über hohe Hochzeitsfotopreise

Wie teuer ist ein Hochzeitsfotograf?

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Ihr möchtet einen Hochzeitsfotografen engagieren? Herzlichen Glückwunsch, dies ist eine sehr gute Entscheidung. Heute wollen wir uns einem Phänomen widmen, welches uns immer wieder überrascht. Brautpaare kennen oft sehr genau die Kosten, welche mit Ringen, dem Hochzeitskleid und ähnlichen Dingen verbunden sind. Aber die wenigsten haben eine realistische Einschätzung von den Preisen eines Hochzeitsfotografen. Dies liegt unserer Meinung nach zum einen an den oft zu niedrigen Kosten, welche bspw. Budgetplaner im Internet veranschlagen, und zum anderen am (anfangs) geringen Verständnis der Leistung des Fotografen. An dieser Stelle möchten wir ein bisschen Aufklärungsarbeit leisten und einen Einblick in die Arbeit des Fotografen geben.

Die Arbeit eines Hochzeitsfotografen hat sich geändert

Früher war die Arbeit eines Hochzeitsfotografen das Porträtieren im Studio oder im Grünen, heutzutage sind Hochzeitsreportagen im Trend. Dies bedeutet, dass der Fotograf von Anfang bis Ende des Hochzeitstag dabei ist, jeden Schritt fotografisch dokumentiert und dazwischen noch ein Shooting einschiebt. Früher war es nur das Shooting, teilweise auch standardisiert im Studio ohne großen Aufwand. Nicht nur hat sich die Arbeitszeit also krass verlängert, sondern auch der Aufwand und Einsatz für so einen Tag ist bei Reportagen ein anderer. Dass diese entsprechend teurer sind als ein 2-stündiges Shooting im Studio ist einleuchtend. Aber nicht alle Budgetplaner scheinen ihre Preise diesem Trend angepasst zu haben. Somit sei dem Brautpaar, welches beim Blick auf die Preise zunächst vom Glauben abfällt, verziehen 😉

Aktuelle Preise von Hochzeitsfotografen

Exklusiv und nur für euch möchten wir hier ein Ergebnis unserer Marktrecherche 2011/12 unter süddeutschen Hochzeitsfotografen veröffentlichen; und zwar die Analyse der Preise. Die Leistungen, welche im Paketpreis enthalten sind, möchten wir hier nicht berücksichtigen – sie reichen von “nichts außer Bildern” bis hin zu exklusiven Fotoalben, Printabzügen und Onlinegalerien. Vielmehr möchten wir einen groben Eindruck von der Preisstruktur geben.

Im folgenden sind also die unterschiedlichen Preise für Ganztagesreportagen (bei den meisten ca. 12 Stunden), Aufträge über 5 Stunden sowie 3 Stunden zu erkennen. Wie bereits erwähnt gibt es hier und da Abweichungen bei den inklusive-Leistungen, sowie teilweise bei der Länge (z.B. 4 Stunden statt 3 Stunden). Die Mehrzahl der Fotografen bietet jedoch die gleichen Leistungen über den selben Zeitrahmen an.

Gut zu sehen ist, dass ⅔ der Fotografen bei den Ganztagesreportagen im engen Preiskampf zwischen 1700€ und 2300€ liegen.

Die durchschnittlichen Preise liegen bei:

  • 1914 € / 12H
  • 1077 € / 5H
  • 620 € /3H

Von allen untersuchten Fotografen sind lediglich zwei mit zwei Kameras unterwegs – darunter wir.

Was für ein Zeitaufwand?!

Hier mal ein Beispiel unseres Zeitaufwands für einen typischen Reportage-Auftrag:

  • Vortreffen: 1,5h
  • Ganztagesreportage: bei uns ø 12-14h
  • Anfahrt und Abfahrt: ca. 1h
  • Nachbearbeitung, Zusammenstellen, Versand: 20h

Dies ergibt 36,5h pro Person; bei uns, da wir zu zweit sind: 73h.

Hinzuzurechnen ist der Aufwand für Kundenwerbung und Kommunikation, Pflege der Webseite etc.; dies sind wohl durchschnittlich noch einmal 5h pro gebuchtem Termin. So ergibt sich ein Stundenlohn von ca. 23,5 Euro – von dem ggf. noch Steuern abgehen und selbstverständlich noch die komplette Ausrüstung (ein kleines Vermögen) finanziert werden muss.

Wir hoffen, die Preise hiermit ein bisschen transparenter und verständlicher gemacht zu haben. Habt ihr euch bei der ersten Begegnung mit den absurd hohen Preisen also vielleicht noch gedacht: “Mach ich auch, da wird man reich”, müssen wir euch an dieser Stelle also wohl enttäuschen. Andererseits: Seid beruhigt, die Preise sind fair – der Hochzeitsfotograf möchte euch als Brautpaar nicht ausbeuten!

2 Antworten auf Was kostet ein Fotograf – Die ungeschminkte Wahrheit über hohe Hochzeitsfotopreise

  • Ich schätze die Fotografie sehr, weil ich selbst hobbymäßig fotografiere und weiß, dass man ein sehr geschultes Auge für Motive, das richtige Timing und Equipment und dazu noch ein sehr gutes Gespür für tolle und natürliche Aufnahmen braucht. Trotzdem hatte ich bisher keine Ahnung davon, welche Preise für eine Hochzeitsreportage wohl realstisch sind, schlicht aus dem Grund, dass kein Fotograf seine Preise offen legt. Dafür muss man schon anfragen und auf eine Antwort hoffen. In Zeiten des Internets mit hochmodernen und informativen Homepages definitiv ein Makel der Branche. Ich als Braut hätte es mir gewünscht direkt einsehen zu können, was der Fotograf für welchen Preis anbietet um zu wissen, woran an ich bin. So hat man doch recht viel Arbeit, wenn man jeden interessanten Fotografen erst kontaktieren muss.

  • Vielen Dank für diesen Bericht. Absolut auf dem Punkt gebracht. Leider sehen manche Kunden nicht die Vor- und auch natürlich die Nacharbeit die sehr zeitraubend ist. Ich finde, wir Fotografen, sollen in dieser Richtung mehr Transparenz schaffen. Angebracht wäre auch wenn „Hobby“-Fotografen ihre Dumpingpreise besser kalkulieren würden und nicht die Preise in den Keller zu treiben. Es wäre schön für unsere Dienstleistung mehr Anerkennung und Entlohnung zu bekommen.
    Herzliche Grüße und gut Licht!
    Christina

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